Stuttgarter Nachrichten

Benefizveranstaltung zu Gunsten des Weißen RingsAuch Dietz-Werner Steck ermittelt

Ein Mord für einen guten Zweck

von PETER-MICHAEL PESCH

Einen mörderisch schönen Abend verbringen, gut essen, einen Kriminalfall lösen, sich mit anderen amüsieren und dabei noch eine gute Sache unterstützen – dies alles konnte man am Wochenende beim „Mörderspiel “ zu Gunsten des Weißen Rings im Stuttgarter Sl-Centrum.

Keiner verlässt den Saal! Nach dem Mord im Sl-Centrum wird ermittelt

Bei ihren Bemühungen, den Täter zu überführen, hatten sich neben rund 280 Hobbydetektiven auch Berufskriminologen für den guten Zweck begeistern lassen. So ermittelten unter anderen Landespolizeipräsident Erwin Hetger, der Präsident der Landespolizeidirektion Stuttgart 2, Martin Schairer, Dietz-Werner Steck alias Kommissar Bienzle mit Gattin und der ehemalige Landeskriminaldirektor und heutige Landesvorsitzende des Weißen Rings, Gosbert Müller, nach Kräften. Der Weiße Ring e. V. unterstützt Kriminalitätsopfer und leistet Präventionsarbeit.

„Für mich ist immer noch der Anwalt Frank der Täter. Ich jedenfalls werde meine Ermittlungen morgen fortsetzen”, scherzte Landespolizeipräsident Erwin Hetger, als der wahre Täter schon längst in Handschellen abgeführt war.

15 Jahre nach dem Abitur im Internat Halem am Bodensee trifft sich der Abiturjahrgang in Schmetzenhausen im Grauen Eisbären zum Klassentreffen. Doch das Wiedersehen wird durch die bedauerliche Tatsache getrübt, dass die ehemalige Französischlehrerin der Klasse, lsabel Dumont, tot aufgefunden wird.
Aus Ex-Abiturienten werden Tatverdächtige. Sofort ist die Polizei am Tatort, sofort werden umfangreiche Ermittlungen angestellt. Doch Frau Kommissarin Frei scheint überfordert – belasten sie doch Beziehungsprobleme mit Rechtsanwalt Frank. Jetzt müssen die Verdächtigen selbst den Mörder überführen, und zwar schnell, schließlich ist der Täter mitten unter ihnen.

Einigermaßen ratlos: Die Kriminaler Hetger, Steck, Schairer (von links)

Wer hat was gesehen, wer stand in welcher Beziehung zum Opfer und vor allem, wer hat ein Alibi? War die Lehrerin ein zufälliges Opfer, oder war alles von langer Hand geplant? Fragen über Fragen. Nur mühsam lassen sich die Puzzleteile zwischen Suppe, Hauptgang und Dessert zusammenfügen.
„Wir haben wohl zu kompliziert gedacht”, so Martin Schairer, der nicht ganz mit den Ergebnissen seiner Sonderkommission, die sich aus seinen Tischnachbarn zusammensetzte, zufrieden sein konnte.

Das konnte allerdings der ehemalige Landeskriminaldirektor Müller: Dem Weißen Ring brachte der Abend einen Scheck in Höhe von 7302 Euro ein. „Alle unsere Schauspieler haben auf ihre Gagen verzichtet”, so die Produzentin des Mörderspiels, Monika Nagler von Creativ Partners. Das Nagler-Team tourt in Sachen Mord durch ganz Deutschland. „Das Tolle an dieser Art des interaktiven Theaters ist’, dass man wildfremde Leute dazu bringt, zusammenzuarbeiten und sich so kennen zu lernen.” Wer lsabel Dumont aber getötet hat, das verrät Monika Nagler nicht.

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