Leine Nachrichten

Tatort-Kommissar jagt im Copthorne Hotel Mörder

Dietmar Bär (44) ermittelt im Copthorne Hotel, Karin Schwarz und Yvonne Beister (rechts) schauen zu

von SASCHA AUST
LAATZEN. Uniformierte Polizisten streifen durch die Lobby des Copthorne Hotels. Vor den großen Flügeltüren des altehrwürdigen King-Georg-Saals ist mit Kreide der Umriss eines menschlichen Körpers auf den Boden gezeichnet. In der Herzgegend befleckt eine große Blutlache den edlen Teppich. Tatort-Kommissar Freddy Schenk hat sich heruntergebeugt und inspiziert die Spuren. Genau genommen ist es natürlich nicht Freddy Schenk, sondern der Schauspieler Dietmar Bär. Aber der ist es gewohnt, dass ihn die Leute mit seinem Rollennamen aus der Krimiserie Tatort ansprechen. ,,Man wohnt ja bei den Leuten in der Schrankwand”, umreißt er das Phänomen. Im Copthorne Hotel ist er aber ganz privat, als Besucher einer Benefizveranstaltung des Mörderspiels..

Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (49, links) wird als TV-Moderatorin Bärbel Mittler von Kommissarin Frey (Stefanie Stroeble) verhört.

Justizministerin mimt eine der Mordverdächtigen

Dietmar Bär ist am Sonnabendabend nicht allein auf Verbrecherjagd: Zusammen mit ihm verwandeln sich 200 Besucher des Mörderspiels in Detektive, darunter Liesel WestermannKrieg, Olympia-Silbermedaillen Gewinnerin von 1972, und die stellvertretende Bürgermeisterin Hannovers, Ingrid Lange. Das Ganze ist Teil des Mörder
spiels – einer Kombination aus Krimi, Theater zum Mitspielen und Dinner. Die Geschichte ist flugs erzählt: Alle Anwesenden wollten für ein Klassentreffen zusammenkommen. Doch just an diesem Abend wird die frühere Französischlehrerin des Jahrgangs erschossen. Anfangs sind alle verdächtig, doch bald bleiben nur fünf mögliche Mörder übrig.
In dieser Rolle finden sich fünf Zuschauer auf der Bühne im Copthorne Hotel wieder. Eine der verdächtigen: Niedersachsens Justizministerin Elisabeth HeisterNeumann. Sie übernimmt die Rolle der Bärbel Mittler, die mehr als einen guten Grund gehabt hätte, die Lehrerin zu ermorden.
Nach knapp vier Stunden haben die meisten Hobbydetektive den Fall gelöst. Auch Dietmar Bär ist dem Mörder auf die Schliche gekommen. „Das war Teamwork, allein wäre ich nicht darauf gekommen”, gibt der Schauspieler zu. Das Ermittler-Team um Justizminsterin Heister-Neumann war ebenfalls erfolgreich. „Wir hatten aber auch zwei Staatsanwälte am Tisch”, verrät sie.
Nutznießer des Abends ist die Opferhilfe-Organisation Der weiße Ring. 5800 Euro kann Landesbeauftragter Horst Lücke von Hotel-Chef Stefan Drechsler und Mörderspiel-Produzentin Monika Nagler entgegen nehmen .