Neue Presse

Mörderische Justizministerin

SPÜRNASE: Tatort-Kommissar Dietmar Bär ermittelt.

Der Blick ist gesenkt. Das unschuldsblonde lockige Haar fällt tief ins Gesicht. Die rote Partyboa ist abgelegt. Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (49) bricht ihr Schweigen. Sie ist schuldig, hat die Französischlehrerin Isabell Du Mont aus dem Internat Halem mit einem Schulterschuss erledigt. Motiv: Eifersucht. Begründung der Ministerin: „Männer sind Schweine.” Gewagte These für den guten Zweck.
Für die Opferhilfeorganisation „Weißer Ring” schlüpfte die Politikerin am Sonnabend in die Rolle der Showmasterin Bärbel Mittler. Mannequin. Moviestar. Mordsweib.
In engem Ledermini und schwarzen Stiletto-Pumps ging die CDU-Frau beim „Mörderspiel” (Gourmet-Menü mit zarter Krimi-Beilage) im Copthorne-Hotel in Laatzen auf Beutezug. „Ich habe mich gut vorbereitet, auf meinem Nachtisch liegt ein John-Grisham-Krimi”, so Heister-Neumann. Doch die 200 Gäste, die für 75 Euro zwischen Vorspeise und Dessert in die Rolle von Miss Marple und Hercule Poirot schlüpften, ließen sich nicht lange lumpen.

Spürnase par excellence: TatortKommissar Dietmar Bär (43). „Die macht sich doch allein schon durch ihren windigen Job verdächtig”, so der
Fernsehermittler. Akribisch überprüfte er alle Alibis, suchte den Tatort nach Spuren ab. Auch vom Ermittler-Ehrgeiz gepackt: Liesel Westermann-Krieg (60), Silbermedaillengewinnerin im Diskuswerfen bei den Olympischen Spielen in Mexiko 1968. Sie kam der Ministerin ganz leicht auf die Spur. „Als leidenschaftliche Agatha-Christie-Leserin bin ich ordentlich vorgebildet”, so die Spitzensportlerin.
Trotz Handschellen-Klicken hatte Heister-Neumann gut lachen. 5800 Euro gab es für den Weißen Ring. Da lässt man sich doch auch mal zur Freude des Publikums abführen.( yvo)

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