Hannoversche Allgemeine Zeitung

Laut und lustig ging es am Wochenende im Kuppelsaal zu, wo 1100 Besucher ihren Spaß auf dem Polizeiball hatten. Konzentration war dagegen im Laatzener Copthorne-Hotel gefragt. Hier waren Hobby-Detektive mit „Tatort”-Kommissar Dietmar Bär einem „Mörder” auf der Spur. Eine Tatortbesichtigung.

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... und ein Schauspieler ermittelt

Eben sah Dietmar Bär (44) noch ganz vergnügt aus. Aber als der Schauspieler den „Leichenfundort” erblickt, den die Organisatoren des „Mörderspiels” im Laatzener Copthorne-Hotels abgesperrt haben, nimmt er seine grimmige Ermittlerhaltung ein: Er legt den Zeigefinger der linken Hand an den Mund und blickt grübelnd auf die Klebebänder, die die Silhouette der „erschossenen Frau” markieren sollen. „Wie ist das wohl passiert?”, murmelt er. Keine Frage: Das ist Kommissar Freddy Schenk. In der Rolle des Kölner ;,Tatort”-Kommissars hat Bär seit 1997 in 28 Mordfällen ermittelt. Am Sonnabend war der Schauspieler beim „Mörderspielabend” im Copthorne zu Gast. Gemeinsam mit 230 weiteren Hobby-Kriminologen klärte er einen gespielten Mordfall auf.
Dabei stand eins von Anfang an fest: Das „Verbrechen” dient einem guten Zweck. Der Erlös des Abends, 5800 Euro, ging an den Weißen Ring, der sich um Opfer von Straftaten kümmert. Die Schauspieler und Organisatoren des Mörderspiels, „creative partners”, verzichteten auf ihre Gage, und die niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (49) war nicht nur Ehrengast, sondern unterzog sich auch als tatverdächtige Fernsehmoderatorin einem strengen Verhör. Dietmar Bär hingegen widmete sich wie die meisten Gäste vom Tisch aus der Ermittlung – und lag, wie etwa die Hälfte des Publikums, mit seinen Mutmaßungen am Ende richtig.
Detektiv zu spielen mache ihm einfach Spaß, erklärt der 44-Jährige. Deshalb schaue er sich auch gerne die
„Tatort”-Folgen mit den Kollegen aus anderen Städten an. Mit Maria Furtwängler (38), die die niedersächsische Kommissarin Charlotte Lindholm spielt und zurzeit in Hannover dreht, verstehe er sich auch privat gut: „Ich hatte angeregt, dass wir uns hier treffen, aber leider konnte sie nicht.” So reiste Bär nur für eine vierstündige Stippvisite aus Berlin an. Dort lebt er mit seiner Freundin, die aus der Wedemark stammt.
Bär spielt häufig ruppige Typen mit einem weichen Herz. „Ich finde nicht, dass ich immer die selben spiele. Aber ich glaube, jeder hat sein Material als Mensch, als Schauspielertypus, und das setzt man ein”, sagt der gebürtige Dortmunder. Sein Material, ein nicht eben schlanker Körper, markante Gesichtszüge und blondes Stoppelhaar, ist bei Film- und Fernsehmachern seit Jahren sehr gefragt – was nur einen Nachteil hat: „Ich komme gar nicht mehr zum Theaterspielen, und das bedaure ich schon sehr. Aber irgendwann hört ja auch so ein Kommissarleben auf, und im Theater gibt es gute Rollen für ältere Herren.” (bs)

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